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Selbsthilfetag in Osnabrück – die bunte Selbsthilfelandschaft im Fokus

(v.l.n.r.: Kreisrätin Bärbel Rosensträter, Claudia Rottmann, Angela Hollen & Agnes Loheider, Selbsthilfekontaktstelle, Pantomine Manfred Pomerin, Dennis Bettin, & David Bensmann, Selbsthilfekontaktstelle, Andrea Gausmann & Barbara Abend-Becker, AOK
(v.l.n.r.: Kreisrätin Bärbel Rosensträter, Claudia Rottmann, Angela Hollen & Agnes Loheider, Selbsthilfekontaktstelle, Pantomine Manfred Pomerin, Dennis Bettin, & David Bensmann, Selbsthilfekontaktstelle, Andrea Gausmann & Barbara Abend-Becker, AOK
Reges Treiben auf dem Domvorplatz während des Selbsthilfetages 2022
Reges Treiben auf dem Domvorplatz während des Selbsthilfetages 2022

Im Rahmen der deutschlandweiten Aktionswoche Selbsthilfe stellten sich am vergangenen Samstag 40 Selbsthilfegruppen aus Stadt und Landkreis Osnabrück auf dem Domvorplatz vor. Organisiert wurde der Selbsthilfetag von der Selbsthilfekontaktstelle des Gesundheitsdienstes für Landkreis und Stadt Osnabrück und finanziell unterstützt durch die AOK Gesundheitskasse, die auch mit zwei Vertreterinnen vor Ort war.

 

Eröffnet wurde der Selbsthilfetag von Bärbel Rosensträter, der ersten Kreisrätin des Landkreises Osnabrück. Sie hob die Vielfalt der Selbsthilfelandschaft und das große Engagement der Gruppen hervor: „Sie alle engagieren sich für zahlreiche gesundheitliche und soziale Themen und unterstützen sich gegenseitig in schwierigen Zeiten, dafür gebührt Ihnen Dank und Respekt des Landkreises und der Stadt Osnabrück.“

 

Die Besucherinnen und Besucher konnten glutenfreie Waffeln und Poffertjes probieren, sich am Stand über die Herausforderungen von Zöliakie und die Unterstützung durch die Selbsthilfegruppe informieren. Sie konnten sich im direkten Gespräch über die Auswirkungen von AD(H)S kundig machen und sensorisches Spielzeug – sogenannte Fidget Toys – ausprobieren, welches von Betroffenen zur Konzentrationsförderung genutzt wird. Außerdem konnten die Auswirkungen einer MS-Erkrankung anschaulich nachempfunden werden. Was es bedeutet, mit einem künstlichen Darm- oder Harnausgang (Stoma) zu leben, darüber erfuhren Interessierte mehr bei der örtlichen Selbsthilfegruppe. Bei alkoholfreien Cocktails beriet die Suchtselbsthilfe über die Möglichkeiten und Chancen der Selbsthilfe bei Alkoholismus.

 

Aber auch viele andere Themen rückten in den Fokus der Öffentlichkeit, über die oft ungern gesprochen wird. So war die Gruppe Skin Picking dabei, die Männer mit Missbrauchserfahrungen in der Kindheit und die Gruppe Transsexualtität. Aber auch über zahlreiche sogenannte Volkskrankheiten konnten sich Interessierte informieren, dazu gehörten unter anderem Diabetes, Parkinson, Tinnitus oder Essstörungen. Dennis Bettin unterstrich als Leiter der Selbsthilfekontaktstelle die Bedeutung des Selbsthilfetages: „Dieser Tag ist eine große Chance und ein wichtiges Zeichen, um über die Vielfalt der Selbsthilfelandschaft und Themen zu informieren, die sonst häufig unter dem Radar bleiben. Die Betroffenen sind selbst meist große Experten und Expertinnen zu ihrem Thema und können das Wissen in den Gruppen mit anderen teilen.“

 

Aus den Gruppen selbst kam ebenfalls überwiegend positives Feedback, und es wurde von langen Gesprächen mit Interessierten, einem regen Austausch untereinander und einem insgesamt gelungenen Vormittag berichtet – Wiederholung erwünscht!